Maßnahmenplan „Wege aus der Kinderarmut“

Seit März dieses Jahres beschäftigte sich DIE LINKE. Berlin-Lichtenberg verstärkt mit dem Problem der Kinderarmut im Bezirk. Dass ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen auf Hartz-IV angewiesen sind, ist erschreckend und eine inakzeptabel hohe Zahl. Diese Haltung fanden wir in vielen Gesprächen bestätigt, die wir am Infostand mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Trägern der Kinder- und Jugendhilfe sowie mit Expertinnen und Experten geführt haben.

Das Problem der Kinderarmut lässt sich nur lösen, wenn die Einkommensarmut von Familien überwunden wird. DIE LINKE schlägt hierfür das Modell einer Kindergrundsicherung vor. Solange hierfür keine parlamentarische Mehrheit im Bundestag besteht, ist es umso wichtiger, dass die Politik in den Ländern und  Kommunen die gesellschaftliche Teilhabe von allen Kindern verbessert.

Die wesentlichen Handlungsfelder sind die Frühförderung von Kindern, eine präventive Familienarbeit sowie eine qualitativ hochwertige Bildungslandschaft bei Kita und Schule. Diese und weitere Maßnahmen hat DIE LINKE. Berlin-Lichtenberg in einem Maßnahmenplan zusammengefasst. Damit ist klar, was getan werden müsste. Jetzt kommt es darauf an, dass alle politischen Parteien dafür den Weg frei machen.

Wege aus der Kinderarmut in Berlin-Lichtenberg


Einladung zum Fachgespräch

Anlässlich des Internationalen Kindertages lädt die Fraktion DIE LINKE. in der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Lichtenberg Sie dazu ein mit Experten und Verantwortlichen der Bezirks- und Landespolitik ins Gespräch zu kommen und über kommunale Strategien gegen Kinderarmut zu diskutieren.

Das Fachgespräch findet am 1. Juni 2015 von 15 bis 18 Uhr im Stadtteilzentrum des Vereins für ambulante Versorgung in der Ribnitzer Straße 1, 13051 Berlin statt.

Kinderarmut_Einladung Fachgespräch


Was bewegt uns?

Das Armutsrisiko für Kinder ist in Deutschland ungleich verteilt. Während es in Bayern bei 11,7 Prozent liegt, ist Berlin mit 26,9 Prozent das Bundesland mit dem viergrößten Armutsrisiko für Kinder und Jugendliche. Das heißt mehr als jedes vierte Kind hat mit seiner Familie weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung. Wer weniger Geld hat, kann auch weniger ausgeben. Das betrifft eben nicht nur teure Markenklamotten oder das neueste Smartphone, was zu verschmerzen wäre. Vielmehr wird dadurch den Kindern und Jugendlichen gesellschaftliche Teilhabe genommen. Weniger Geld heißt nämlich auch geringere Bildungschancen und eine schlechtere Gesundheit. Ein Erwachsenenleben mit schlecht bezahlten Jobs und geringer Rente ist vorprogrammiert. Die ohnehin hohe Verbreitung von Armut hat sich in 2014 nochmals ausgeweitet. Im August 2014 erhielten 32,6 Prozent aller unter 18jährigen in Berlin Hartz-IV-Leistungen. Damit müssen mindestens ein Drittel der Minderjährigen Berlins als arm gelten.

 

Was wollen wir?

Ein reiches Land wie Deutschland, welches sich unter den weltweit 20 Nationen mit dem größten Bruttosozialprodukt pro Kopf eingruppiert, kann und darf sich Kinderarmut nicht mehr leisten. Alle Kinder sollten die gleichen Chancen im Leben haben und erreichen können, was sie sich vornehmen. Dafür muss die Politik die Voraussetzungen schaffen. Dies ist derzeit auch in Berlin nicht der Fall. Deswegen wollen wir mit dieser Kampagne das Problem der Kinderarmut in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte holen. Wir wollen zu einer gesellschaftlichen Mehrheit beitragen, die die Regierungspolitik dazu bringt das Problem der Kinderarmut wahrzunehmen und dagegen vorzugehen.

 

Wer sind wir?

Auf Initiative des Bezirksvorstandes der Partei DIE LINKE. Berlin-Lichtenberg und ihrer Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung wurde die Kampagne „Für Kinder – gegen Armut!“ ins Leben gerufen. Wir verstehen uns jedoch als unabhängige Initiative, der es nicht um die Unterstützung einer Partei geht, sondern sich dem Ziel der Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut widmet. Mitmachen können alle, die die inhaltlichen Ziele teilen. Ob Mitarbeiterin bei einem Träger der Kinder- und Jugendhilfe, Bäckermeister, Rentnerin oder Auszubildende, jede und jeder ist eingeladen Gesicht gegen Kinderarmut zu zeigen, damit es künftig nur noch im Abzählreim heißt: Ene mene muh und raus bist Du!

Analyse Kinderarmut Berlin Lichtenberg